Echte Klimaplanung statt nur schöner Bilder: Unser Bahnhofplatz braucht eine grüne Zukunft!
Die Gemeinde Wald hat die Pläne für die Neugestaltung unseres Bahnhofs aufgelegt. Auf den ersten Blick versprechen die bunten Visualisierungen der Landschaftsarchitekten eine einladende Freiraumgestaltung und eine moderne Verkehrsdrehscheibe. Doch wenn wir hinter die Fassade blicken, wird schnell klar: Dieses Generationenprojekt wird den Herausforderungen der Klimakrise und den Mobilitätsbedürfnissen von morgen in keiner Weise gerecht.
Die Gemeinde Wald hat die Pläne für die Neugestaltung unseres Bahnhofs aufgelegt. Auf den ersten Blick versprechen die bunten Visualisierungen der Landschaftsarchitekten eine einladende Freiraumgestaltung und eine moderne Verkehrsdrehscheibe. Doch wenn wir hinter die Fassade blicken, wird schnell klar: Dieses Generationenprojekt wird den Herausforderungen der Klimakrise und den Mobilitätsbedürfnissen von morgen in keiner Weise gerecht.
Als Energiestadt Gold haben wir uns eigentlich ehrgeizige Ziele im Energieleitbild gesetzt. Doch das aktuelle Richtprojekt ignoriert unsere eigenen Richtlinien und zementiert Strukturen von gestern. Wir als Grüne Partei Wald haben deshalb eine detaillierte, rechtlich und fachlich untermauerte Stellungnahme eingereicht.
Hier sind die vier grossen Baustellen, bei denen die Gemeinde dringend nachbessern muss:
1. Die Veloförderung wird ausgebremst (Südzufahrt Laupenstrasse)
Obwohl unser Energieleitbild verlangt, dass die energieeffiziente Fortbewegung zur attraktivsten Mobilitätsform in Wald wird, sucht man diesen Willen auf den Plänen vergeblich.
- Abstellplätze halbiert: Der rechtskräftige Gestaltungsplan fordert an zentraler Lage mindestens 150 gedeckte und sichere Pendler-Veloplätze. Auf den jetzt aufgelegten Plänen wurden diese im Kernperimeter klammheimlich auf nur noch 100 Plätze reduziert. Das ist ein direkter Verstoss gegen die Bauvorschriften.
- Lebensgefahr Laupenstrasse: Rund ein Fünftel (20 %) unserer Bevölkerung wohnt südlich der Gleise. Um zum Bahnhof zu gelangen, müssen sie sich durch die enge Unterführung an der Laupenstrasse quälen, wo Velofahrende täglich von Bussen und Autos gefährlich überholt und abgedrängt werden. Das neue Strassenprojekt ignoriert diese Schwachstelle komplett.
- Unsere Forderung: Wir verlangen eine sichere Veloführung nach kantonalen Standards sowie die zwingende Öffnung der geplanten Personenunterführung nach Süden (Laupenstrasse/Nordholz) mit direkten Veloabstellanlagen vor Ort.
2. Scheindurchmischung statt echter Begegnungszone
Die Bahnhofstrasse soll als Begegnungszone (Tempo 20, Fussgänger-Vortritt) erweitert werden. Doch die Planung sieht eine physische Zickzack-Führung der Fussgänger um Parkplätze und die Aussenbestuhlung beim Café Steiner vor. Das widerspricht dem gesetzlichen Prinzip einer niveaugleichen Mischfläche komplett. Zudem droht durch den neuen Kreisel an der Laupenstrasse massiver Ausweich- und Schleichverkehr direkt durch die Begegnungszone, da Autofahrende dort künftig vortrittsberechtigt einfädeln können. Wir fordern eine deutliche Reduktion der überdimensionierten, 9.40 Meter breiten Fahrbahnschneise und wirksame, bauliche Verkehrsberuhigungsmassnahmen.
3. Hitzeschutz: Wir fordern das Schwammstadt-Prinzip!
Die heissen und trockenen Sommer zeigen, dass wir Asphaltwüsten konsequent aufbrechen müssen. Reine Alibi-Grünflächen reichen nicht aus. Wir fordern die Umsetzung des Stockholmer Modells für alle neuen Bäume am Bahnhof. Durch ein tragfähiges Steinskelett und ein Feinsubstrat mit 5–10 % Pflanzenkohle können Bäume gesund wachsen, ohne den Asphalt anzuheben. Solche vitalen Bäume verdunsten täglich bis zu 400 Liter Wasser, speichern dezentral Starkregen und kühlen den Bahnhofplatz nachweislich um bis zu 5 °C ab.
4. Zukunft verpasst: Wo bleibt die autonome Mobilität?
Seit dem 1. März 2025 ist das autonome Fahren in der Schweiz gesetzlich verankert. Pilotprojekte wie „iamo“ im zürcherischen Furttal zeigen bereits heute, wie selbstfahrende Shuttles den Bahnhofszubringer revolutionieren. Wissenschaftliche Modelle der ETH Zürich belegen, dass geteilte autonome Flotten den Parkplatzbedarf um bis zu 90 % senken („Utilization Flip“). Es ist eine planerische Sünde, heute riesige P+R-Flächen im Westen (146 Plätze) und Osten (58 Plätze) starr zu zementieren. Wir fordern eine flexible Parkraumplanung für einen künftigen „Spatial Swap“ (Umnutzung freiwerdender Parkplätze in kühlende Parkanlagen) sowie die geometrische Vorbereitung auf Pick-up- und Drop-off-Zonen (PUDO) an der Bordsteinkante.
Jetzt sind Sie gefragt!
Die Mitwirkungsfrist läuft nur noch bis zum 31. August 2026. Lassen Sie nicht zu, dass unser Bahnhof nach den Massstäben der Vergangenheit gestaltet wird! Nutzen Sie Ihr Recht und reichen Sie Ihre eigene Stellungnahme bei der Gemeinde ein.
Gemeinsam machen wir den Bahnhof Wald fit für das 21. Jahrhundert!